Frieden wird nur kommen, wenn wir freundlich sind. […] Wenn wir uns mit all unseren Unterschieden gegenseitig akzeptieren und feiern. Musik kann uns vereinen, denn wir leben alle auf demselben Planeten.
Yannick Nézet-Séguin
Inspiriert und berührt vom obigen Zitat des Dirigenten des Neujahreskonzertes der Wiener Philharmoniker 2026, Yannick Nézet-Séguin, blicke ich in diesem Jahresbericht erneut mit grossem Stolz, viel Freude und Bestätigung auf das Vereinsjahr 2025 der Stadtmusik Zürich zurück. Unser Orchester konnte die von Yannick beschriebene vereinigende Kraft der Musik in diesem Jahr besonders am europäischen Blasmusikfestival in Aue-Bad Schlema hautnah erleben. Über 3‘000 Musikbegeisterte aus acht Nationen trieben die Stadtmusik Zürich unter der Leitung unserer Vize-Dirigentin Tanja Nussbaum-Isker zu absoluten Spitzenleistungen an. Ein besonderes und bestimmt unvergessliches Highlight für unsere Musikerinnen und Musiker, mich persönlich und unseren Verein!
Der Start ins Vereinsjahr 2025 erfolgte musikalisch und thematisch ähnlich frühlingshaft wie im Jahr 2023. Aber eben nicht in der Tonhalle mit «A Spring Time Celebration», sondern mit einer Metamorphose in der Kirche St. Jakob. Mit dem Organisten Sacha Rüegg und unserer gewohnten Spielfreude gelang uns ein eindrückliches Konzert, welches bei mir persönlich aus zahlreichen Gänsehautmomenten bestand. Am meisten beeindruckte mich das uns letztlich sehr gut gelungene Zusammenspiel mit der Orgel. Dies war auf Grund der doch grossen Distanz der Orgel zum Orchester eine für uns spezielle Herausforderung, welche wir mit einem besonderen Fokus auf die klare Führung unseres Dirigenten Niki Wüthrich hervorragend gemeistert haben. So konnte man deutlich die Hühner, Elefanten, Kängurus, Schildkröten und die weiteren Tiere aus dem Werk «Karneval der Tiere» von Camille Saint-Saëns erkennen oder der Metamorphose, der von Philip Sparke transkribierten dritten Symphonie von Saint-Saëns folgen.
Unsere beiden Zunftspiele der Zunft zur Schneidern und der Zunft zum Weggen sorgten auch 2025 dafür, dass sämtliche «Zoifter» auf dem Weg zum Sechseläuten-Platz und am späten Abend auf den Zunftstuben musikalisch grossartig unterhalten wurden. Bestimmt war diese gewohnt mitreissende Leistung und die durchschnittlich gute Brennzeit des Böögs (26 Minuten und 30 Sekunden) schliesslich massgeblich für den wunderbaren Sommer in Zürich mitverantwortlich. Sämtliche unserer sechs Sommerkonzerte auf diversen Plätzen in der Stadt Zürich konnten nämlich bei heissen Temperaturen durchgeführt werden.
Die Sommerkonzert-Literatur unseres Orchesters wurde von unserer kompetenten und stets vorausschauenden Musikkommission in diesem Jahr speziell auf einen Event ausgerichtet. Das europäische Blasmusikfestival im Erzgebirge! Als 200. Orchester des seit 33 Jahren bestehenden Festivals in Aue-Bad Schlema kam uns bei unserer ersten Teilnahme eine besondere Ehre zu. Mit zirka 50 Musikerinnen und Musikern der Stadtmusik Zürich präsentierten wir über drei Tage hinweg ein begeisterndes und zum Feiern einladendes musikalisches Programm. Meine Frau Tanja musste ich vom 19. bis 21. September gefühlt mit dem ganzen Erzgebirge teilen. Mit ihrer herzlichen und sympathischen Art wurde unsere Vize-Dirigentin Tanja gleich ab Tag eins von Medien, Organisatoren, teilnehmenden Musikvereinen und Publikum in Beschlag genommen. Die Konzentration aufs Wesentliche verlor sie allerdings nie und führte unser motiviertes Orchester gekonnt und mit ansteckender Begeisterung durch unsere Auftritte und Marschmusikparaden. Auf die musikalische Leistung der Stadtmusik Zürich und natürlich auch meiner Frau, welche ich im Übrigen gerne mit der internationalen Blasmusikfamilie geteilt habe, war ich nach diesen drei Tagen einfach nur ausserordentlich stolz. Es war ein überwältigendes Erlebnis, in einem Festzelt für so viele Menschen Musik machen zu dürfen! Ein besonderer Dank geht abschliessend an die Adresse unseres Trompeters Markus Baumann, welcher uns diese aussergewöhnliche Einladung über seine Beziehungen zum Organisationskomitee ermöglichte. Wenig überraschend ist in meinem persönlichen Bild des Jahres dann auch unser Orchester am europäischen Blasmusikfestival abgebildet.
Die Erfahrung unseres Vereins, aber insbesondere natürlich die Musikbegeisterung unserer Aktivmitglieder sorgten in erneut beeindruckender Weise dafür, dass die Entwicklung unseres Orchesters nach der Reise ans Europäische Blasmusikfestival nicht stagnierte, sondern wir den Motivationsschub gleich mit in die erste Probe fürs Gala-Konzert unter der Leitung von Monika Schütz («Moni») genommen haben. Die durch ihre Eltern Therese und Pedro mit der Stadtmusik verbundene Moni leitete am 23. September als Gastdirigentin die erste Probe der Stadtmusik Zürich. Das Ziel: eine musikalische Weltreise mit Pilotin Moni am Dirigentenpult. Der präzise, sehr gut vorbereitete, zielorientierte und viel Spielfreude weckende Probestil von Moni kam ab der ersten Minute besonders positiv bei unseren Mitgliedern an und so konnte unser Hauptdirigent Niki Wüthrich sich beruhigt seiner halbjährigen Auszeit und der Geburt seines zweiten Sohnes widmen. Ich gratuliere erneut herzlich!
Das Gala-Konzert unter dem Titel «WORLDTOUR» im gut gefüllten Theater Spirgarten markierte musikalisch einen erneut äusserst gelungenen Abschluss eines unglaublich positiven und intensiven Vereinsjahres. Mit dem von Moni gelobten und bei unseren Dirigenten bekannten «Stadtmusik Bühnen-Feuer» präsentierten wir die unterschiedlichen Musikstilrichtungen auf der musikalischen Reise in packender Art und Weise, was uns erneut viel Lob und Anerkennung bescherte. Ein grosses und besonderes Dankeschön geht an Moni und euch alle für diese überzeugende musikalische Leistung!
Einen Verein wie die Stadtmusik Zürich als Präsident zu führen bedeutet unter anderem viel Arbeit, welche ich zusammen mit einem super Vorstand sowie einer engagierten Musikkommission und Direktion aber äusserst gerne übernehme. Besonders, wenn man von dieser positiven Stimmung in unserem Verein getragen wird. Vielen herzlichen Dank für eure Unterstützung!
Wie von Yannick Nézet-Séguin eingehens erwähnt, kann Musik vereinen. Ich bin stolz, dass die Stadtmusik Zürich hier ihren Teil dazu beiträgt und dies auch weiterhin mit viel Engagement tun wird.
Herzliche Grüsse,
Euer Präsident
Stefan Nussbaum