Zürcher Blasmusik­tradition seit 1846

Die Gründung der Stadtmusik Zürich geht auf das Jahr 1846 zurück, als sich nacheinander aus den Reihen von aus rezessionsbedingten Spargründen freigestellten Musikern des Aktientheaters und weiteren Instrumentalisten zwei unabhängige Blasmusikformationen formierten.

Dies vor allem zwecks Aufbesserung oder Sicherstellung ihres geschmälerten Einkommens. Die erste Bläsergruppe nannte sich “Theatermusikgesellschaft“,  im Volksmund nach deren Vereinslokal am gleichnamigen Platz auch „Schiffländemusik“ genannt. Sie stand unter der Leitung von Gründer Jakob Bär (1823-1870). Kurz danach entstand dann auch der von Gründer Philipp Josef Fries (1815-1890) initiierte und geleitete „Dilettantmusikverein Concordia“. Die beiden Formationen spielten fleissig bei öffentlichen und privaten Anlässen in Gasthäusern und Konzertsälen auf. Dies bis sich beide im Jahre 1876 gleichzeitig die Namen „Stadtmusik Zürich“ bzw. „Zürcher Stadtmusik Concordia“ gaben. Unter der Leitung von meist ehemaligen oder noch amtierenden deutschen und schweizerischen Militärkapellmeistern entwickelten sie sich zu respektablen Klangkörpern, gaben Konzerte in- und ausserhalb Zürichs, reisten ins Ausland und beteiligten sich meist erfolgreich an Wettbewerben. Nach mehreren vergeblichen Fusionsversuchen gelang es dann schliesslich doch noch! Zum Jahreswechsel 1916/17 vereinigten sich beide zur grossen, bis heute existierenden, alleinigen „Stadtmusik Zürich“.

Die älteste Aufnahme aus dem Jahre 1882
150 Jahre Stadtmusik Zürich 1996 unter der Leitung von Kurt Brogli
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Unter prominenten Berufsdirigenten wie Albert Rossow, Gian Battista Mantegazzi, Engelbert Kreml, Hans Moeckel, Kurt Brogli und heute Niki Wüthrich folgten viele Erfolge, sei es in Zürich, aber auch bei Konzerten in der übrigen Schweiz und bei Reisen in die meisten Länder und Hauptstädte Europas und sogar nach Nordafrika. Dies meist begleitet von zahlreichen unserer Freunde und „Fans“.

Als absolute musikalischen Highlights dürfen wohl das Eidgenössische Musikfest von 1953 in Fribourg mit dem mit Abstand besten Juryresultat aller Teilnehmenden und der 1. Preis mit Auszeichnung am Welt Blasmusikwettbewerb in Kerkrade/NL von 1993 bezeichnet werden. Besonders eindrücklich auch die  Extrazugreise von 1948 unter dem Motto „Zürich hilft Wien“ in die kriegsgeschädigte österreichische Metropole, dann das Konzert und der von hunderttausenden Zuschauern verfolgte Umzug anlässlich der „Lord Mayor’s Show“ in London 1984 und unser auf einem vor 750‘000 begeisterten Zuschauern (BILD ZEITUNG) am 800 Jahre alten Hamburger Hafen vorbeigezogenen riesigen Floss dargebotene Konzert im Jahre 1989.

Nicht zu vergessen sind auch unsere langjährigen Teilnahmen am Zürcher Sechseläuten und mit dem traditionellen Frühschoppenkonzert am Zürcher Knabenschiessen. Schon im Programm des Sechseläutenumzugs von 1863 ist von einer „ad hoc“ zusammengestellten, „Stadtmusik“ genannten Musikformation die Rede. Erstmals wirkte die Stadtmusik aber in corpore am Sechseläutenumzug von 1880 mit. Ab diesem Zeitpunkt trifft man immer wieder Musikanten aus unseren Reihen am Zürcher Frühlingsfest und seit den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts stellt die Stadtmusik meist zwei Zunftspiele, heute je für die Zünfte zur Schneidern und zum Weggen. Seit 1986 begleiten wir zudem die Zürcher Hirsebreifahrer alle 10 Jahre in unsere Partnerstadt Strassburg.